Identität 2.0

... oder: Autonomie des Nutzers

Identitätsmanagement - im Zeitalter von Web 2.0 auch Identity 2.0 genannt - ist eines der zentralen IT-Themen zumindest mal für das Jahr 2007. Aktuelle Entwicklungen in den USA und mehr und mehr auch in Deutschland belegen das. Nach AOL und Microsoft hat zuletzt Sun bekannt gegeben, an Lösungen für das digitale Identitätsmanagement im Web zu arbeiten.

Generell ist Identitätsmanagement kein neues Thema; für unternehmensinterne Anwendungen werden Single-Sign-On-Lösungen z.B. schon seit Mitte der 1990iger Jahre diskutiert. Neu an Identity 2.0 ist aber das Konzept der sogenannten User-Centric Identity, der nutzerzentrierten Identität. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Verantwortung für und die Kontrolle über Identitäten und persönliche Daten vollständig und ausschließlich an den Nutzer übergehen, dem sie ja auch gehören. Er allein bestimmt, welche Daten er wo und in welchem Umfang preisgeben will.

Datenschutzgründe und komfortableres Web-Surfen sind aber nur die eine Seite der Identity 2.0-Medaille. Ein weiterer wichtiger Faktor, der im Web 2.0 eine zentrale Rolle spielt, ist die Selbstdarstellung des Users. Hier eröffnet das userzentrierte Identitätsmanagement ganz neue und weitreichende Möglichkeiten, denn der Nutzer kann verschiedene Identitäten kreieren, sie veröffentlichen und sich mit ihnen Online-Reputationen erarbeiten.