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IdentityCamp Bremen – Wie es war

Zwei Tage zum Thema „Identity Management“ in Bremen in einem alten Industriespeicher, zusammen mit ca. 80 Interessierten, die vor Ort ihr eigenes Konferenzprogramm auf die Beine stellen. Dass das Konzept der BarCamps tatsächlich funktioniert, war sehr beeindruckend zu erleben.
Ein breites Spektrum unterschiedlicher Themen, mehr oder weniger technisch, wurde auf sehr hohem Niveau vorgestellt und bearbeitet. Sehr interessant z.B. der juristische Vortrag von Dr. Gerrit Hornung zum Thema „Basic Right to Integrity and Confidentiality of IT-Systems“. Die Sessions zu OpenID und InfoCards (MS CardSpace) waren allesamt informativ und interessant. Man darf gespannt sein, ob diese beiden Welten zusammenfinden werden. In der Verbreitung liegt OpenID jedenfalls bislang eindeutig vorne, während Microsofts InformationCards auf Consumer-Seite noch wenig genutzt werden. Ein weiterer Vorteil von OpenID ist die Portabilität, wogegen die InfoCards in der Usability durch ihre Kartenmetapher punkten können, die an bekannte Muster anknüpft und eine konsistente Nutzung verspricht.
Highlight des zweiten Tages war für die meisten sicher der Vortrag von Caspar Bowden (Microsoft), der in einer Pre-View eine Einführung in die Krypto-Technologie U-Prove und ihre Einbindung in Microsofts Identity-Strategie gab. Besonders spannend war am Ende des zweiten Tages aber auch die Session, in der Ideen für Applikationen mit OpenID in verschiedenen Kontexten gesammelt wurden. Um denkbare Government-2-Citizen-Anwendungen (Siddhartha Arora) ging es dabei genauso wie um dezentralisierte Anwendungen im B2B-Bereich (Tom Freudenberg), wo sich OpenIDs als Identifikatoren in unternehmensinternen Netzen nutzen lassen und dabei z.B. so etwas wie Stellvertreterfunktionen ermöglichen.
Eine u.U. wegweisende Fragestellung, die die Teilnehmer außerdem bewegte, ist die nach einem OpenID Deutschland e.V., um das Thema in Deutschland voranzubringen. Ob ein solcher Verein benötigt wird, ist dabei kaum noch die Frage, eher, wie man ihn organisiert, finanziert etc. Insbesondere mit Blick auf das in Deutschland so notwendige Marketing für OpenID ist ein OpenID-Verein Deutschland absolut zu begrüßen, denn es ist noch viel Kommunikationsarbeit und Vertrauensbildung zu leisten.
Mein persönliches Fazit? Das war mein erstes BarCamp und ich muss zugeben, ich hätte nicht gedacht, dass diese etwas andere Art der Konferenz so gut funktioniert. Mich hat sehr beeindruckt, wie engagiert, kreativ und gleichzeitig entspannt die Teilnehmer waren, egal, ob es um die inhaltliche Gestaltung und die Koordination der einzelnen Sessions ging oder um das Aufräumen ganz am Ende. Sehr motivierend war auch zu sehen, wie groß das Interesse an Identity Management ist und wie viele es tatsächlich ernsthaft bewegt und umtreibt.
Zwar wurde es am Ende der Veranstaltung schon reichlich getan, aber eigentlich kann man den Initiatoren und Organisatoren des Camps gar nicht genug danken. An erster Stelle für die Idee, ein thematisch fokussiertes Camp anzubieten und dabei trotzdem die Freiheit zu lassen, das Thema unterschiedlich auszuprägen, sowohl in technischer Hinsicht als auch jenseits von Bits und Bytes. Dazu stimmte auch der Rahmen perfekt, angefangen bei der eindrucksvollen Location über die Verpflegung bis hin zur Technik und dem Unterhaltungsprogramm am Abend: das war eine richtig runde Sache, vielen Dank!
Bleibt zu hoffen, dass das IdentityCamp eine Fortsetzung findet.
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